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Tips zur Köderauswahl bei Royber Jigs

Da relativ häufig nach Tips zur Köderwahl für ein bestimmtes Angelgebiet gefragt wird, werde ich versuchen, hier einige grundsätzliche Hilfen zu geben.
(Der erfahrene Angler mag diese Seiten überlesen, aber dem Neuling wird es etwas helfen, hoffe ich)
Und: Ausnahmen bestätigen die Regel ! Grossdorsche sind in Südnorwegen etwa so häufig wie ehrliche Politiker im Bundestag.

Da aber gerade Norwegen mit seiner tausende Kilometer langen Küstenlinie eine geradezu fast unendliche Auswahl an Angelmöglichkeiten bietet, wollt Ihr bitte nicht böse sein, wenn es etwas allgemein zugeht.
Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn man entweder schon einmal vor Ort war, was gewisse Erfahrungen mit sich bringt. Oder Ihr fahrt in ein Angelcamp. Dort kann man den Campbetreiber oder einen Guide vor Ort telefonisch ausquetschen, was vorraussichtlich gehen wird. Auch gute Angelreisebüros können wertvolle Auskünfte bieten.
Hilft keine dieser Möglichkeiten, nun dann verwendet die folgenden Tips als groben Leitfaden:




Ostsee

Trotz des Vorhandenseins von 25kg Dorschen in der Ostsee wird man realistischerweise keine Riesenköder verwenden, sondern sich bei den Größen um 15cm herum bedienen. Bei einigermaßen hindernisarmen Grund sind StandUp Köpfe eine gute Wahl. Oftmals stehen die Ostseedorsche auf bunte Farben, einige gedeckte oder schwarze Köder sollten aber nicht fehlen.
Die Angelei findet grundnah statt.
Die Deutsche Ostseeküste hat ihre beste Zeit wohl hinter sich, dennoch sind einige gute Jahrgänge vorhanden, die, bei der nötigen Schonung (woran ruhig gezweifelt werden darf), gut abwachsen würden.
Geht es Richtung Öresund, darf mit wesentlich schwererem Gerät und Ködern der Größen M auf Grossdorsche gehofft werden.
Ich bin aber nicht auf dem neuesten Stand, wie es aktuell dort aussieht.

Gelbes / Weisses Riff

Kommen wir weiter nach Norden. Diese beiden Angelgebiete sind immer noch für gute Fänge bekannt, Dorsche, Seelachse und teils auch Seehechte können gefangen werden.
Bei den Größen stellt S eine gute Wahl dar. Die Tiefen sind nicht übermäßig, aber an vielen Tagen kann heftige Drift nach mehr Blei (also schwereren Köpfen) verlangen.
Mehr Auskünfte zu aktuellen Fängen erteilen sicherlich die Kutterkapitäne in Norddänemark.

Südnorwegen

Das Gute vorweg: Vom Artenreichtum her wird man (in Skandinavien) so schnell kein anderes Gebiet finden, was den schönen Süden Norwegens überflügelt. So ziemlich alle Dorschartigen, Salmoniden und Exoten wie Lippfische , Seenadeln usw sind dort zu Hause.
Und die Landschaft ist atemberaubend schön.
Leider wird der Großfischangler lange suchen müssen. Denn die Maße der Haupangelfische Seelachs und Pollack sind nur recht mittelmäßig, richtig große Dorsche sind leider selten geworden.
Für diese Gegend sind kleine Köder wie XS gut zum Pollackangeln, mit schwereren Köpfen gehts im Freiwasser auf Seelachse. Hat man eine gute Dorschstelle, können auch Köder der Größe M genommen werden.
Mit Hängern muss immer gerechnet werden, weil sich die zerklüftete Landschaft unter Wasser fortsetzt.

Mittelnorwegen

Hier wird es schon interessanter ! Die Artenvielfalt ist noch sehr gut, die Fische oft größer. Für teils große Pollack sind XS und S Jigs prima, Seelachse können damit genauso gfischt werden. Falls man an Lump interressiert ist, der beisst auch prima auf Gummis. Allerdings ist die Hängergefahr erheblich, wenn man grundnah fischt.
Große Dorsche kommen vor, teils auch Butt, die dann auf M gefangen werden können.
In den großen Fjorden Norwegens ist die Angelei wegen der steilen Hänge oft nicht so einfach.

Nordnorwegen

Zur Zeit die wohl allerbeste Adresse, wenn man einen richtig guten Angelurlaub erleben will , ist der Norden Norwegens. Neben großen Dorschen und auch Seelachsen sind Heilbutts sehr verbreitet und besonders mit Jigs gut zu fangen.
Abhängig vom Zielfisch wählt man die Köder.
Ist dies der Butt, sollte man einen SchaufelschwanzJig wählen, soll es mehr auf Grossdorsche gehen, ist gerade der Twisterschwanz eine super Wahl, da dieser deutlich mehr Drills übersteht und den großen Mäulern dieser Fische gerecht wird.
Die Ködergröße richtet sich nach dem, was der Angler sich traut: M ist fast schon etwas klein, mit L wird man allerbestens fahren, zumal der Twisterschwanz der Grösse L schon 35 cm lang ist. Geht es nur auf Dorsch, ist natürlich selbst der XXL Köder bestens geeignet, wobei ein erwünschter Selektionseffekt eintritt.

Island

Im Dorschmekka gilt die Regel "Zu gross gibt es nicht".
Eine vernünftige Größe ist XL, wobei die 450g Köpfe am universellsten sind. Ein /zwei schwerere können dabeisein.
Der TwisterschwanzJig in XL ist mit 42 cm genau richtig für die Zielfische !
(Beissen tun die auf alle Größen, aber für halbwüchsige Dorsche braucht man nicht nach Island fliegen)
Extra Köder für Heilbutt mitnehmen, lohnt nicht, die sind "Beifang" beim Dorschangeln und nehmen (wegen ihrer guten Durchschnittsgröße) die grossen Dorschköder.

Rest der Welt

Warum sollten die Köder nicht am Great Barrier Reef fangen?
Stabil genug für die dortigen Fische sind sie jedenfalls gebaut.
Fahrt hin, probiert es, berichtet mir !